Du gehst in die Küche und stehst da, ohne zu wissen, warum. Einen Moment zuvor hatte sich der Verstand auf etwas Gewünschtes festgelegt, die Route geplant und dich in Bewegung gesetzt — und wurde unterwegs zu etwas anderem hingezogen.
Das ist Projektion: Welcher Gedanke auch vor dir liegt, der Verstand fixiert sein Objekt und arbeitet sich rückwärts zu den Schritten vor, die dorthin führen. Wir erleben es als Tunnelblick — je nach Absicht im einen Moment scharfer Fokus, im nächsten Autopilot. Evolutionär entstand es, um in kurzen Schüben zu planen, zu proben und zu lernen: der einzige sinnvolle Schritt des Verstandes weg von der Gegenwart.
Der Preis entsteht, wenn wir nicht aufhören — weiter projizieren und uns in Schleifen verlieren: wie es wäre, dort zu leben, mit dieser Person zu sein, diesen Job zu haben. Wie Tippen beim Gehen legt es eine zweite Schicht über das Jetzt. Gib ihm so lange deinen Fokus, bis es abgesendet ist, dann ist es erledigt — ein Gedanke verklingt, wenn du ihn zu Ende bringst, nicht wenn du ihn wegdrängst. Lass den gegenwärtigen Moment das Tempo bestimmen.